Wenn Facebook die Wirklichkeit überholt

Written by on 4. Mai 2016

Einen alarmierenden Befund ortet Markus Grammel, Forscher am Institut für Journalismus und Medienmanagement, was die Facebook-Nutzung der jungen Leute betrifft: Zunehmend würden sie sich in der virtuellen Welt (Computerwelt) „verlieren“. Bei einem Kongress präsentierten Grammel und eine Kollegin einen Beitrag zur Mediennutzung der jungen Zielgruppe. Nicole Gonser und Gisela Reiter, ebenfalls im Forschungsteam am Institut, wiederum hatten die Gelegenheit, an einer spannenden Konferenz in Leipzig teilzunehmen.

„Ein Mädchen meinte, dass es, wenn es schneit, den Schnee nur über Facebook mitbekommt“, erzählt Markus Grammel jenes plakative Beispiel, das beim Forschungsforum, einer Konferenz der österreichischen Fachhochschulen, den Teilnehmenden besonders in Erinnerung geblieben ist. Ein starkes Bild, das verdeutlicht, dass junge Leute zunehmend in der virtuellen Realität leben bzw. sich darin verlieren und Social Media die Wirklichkeit überholen – ein alarmierender Befund, wie Grammel meint. Gemeinsam mit seiner Forschungsteam-Kollegin Melanie Leitgeb nahm er an der Konferenz teil. Im Kern des Beitrags ging es um die Frage, inwiefern die Mediennutzung, die Jugendliche und junge Erwachsene in Form des Gebrauchs des Smartphones ausüben, gleichzusetzen ist mit einer sinnvollen Nutzung. Also, ob es etwa sinnvoll im Sinne des Abrufens von Nachrichteninhalten genutzt wird, oder es „in der Hand gehalten und darauf herumgeklickt wird“, so Grammel sinngemäß.

Nicole Gonser, Leiterin des Forschungsteams, und ihre Kollegin Gisela Reiter wiederum reisten kürzlich zur Teilnahme an einer Medienkonferenz nach Leipzig. Das Thema: „Medien-Nutzung im Wandel“. Sie präsentierten einen Beitrag zum Thema „Nutzungsroutinen im Wandel“, also, wie das tagtägliche Medien-Menü der ÖsterreicherInnen (Auswahl der Medien / Programme etc.) aussieht, erläutert Gisela Reiter. Ihre Erhebung zeige auch, dass das Programm-Radio – und -Fernsehen (trotz der Konkurrenz durch das Internet) nicht aussterben wird, so Reiter – daher sei der Erfolg des „Frühstücksfernsehens“ hierzulande nicht überraschend.

Welches weitere Forschungsprojekt Leiterin Nicole Gonser plant und wie Daten zum genauen Programm (Struktur) von Fernsehsendern erhoben werden, erfahren Sie im Beitrag.

Der Beitrag zum Nachhören (zu Beginn erzählt Nicole Gonser, Leiterin des Forschungsteams, ob in den Forschungsprojekten auch die Sicht des Publikums zu Satire-Sendungen wie jene des deutschen Satirikers Jan Böhmermann, über den derzeit besonders viel berichtet wird, eingeholt wird):

Credit: Viktor Metyko


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