Neues NS-Deserteursdenkmal in Wien

Written by on 1. Dezember 2014

Wer aus dem Kanzleramt oder dem Präsidialamt blickt, sieht das neue NS-Deserteursdenkmal am Ballhausplatz. Ende Oktober wurde es im Beisein höchster politischer Prominenz eröffnet.

Mehrere Hunderttausend  Menschen aus Österreich, die von da an für sieben Jahre Ostmark heißen sollte, jubelten bei der „Heimholung“ ins Dritte Reich. Nur wenige wehrten sich gegen das Regime. Einer davon war Richard Wadani. Der heute 92-Jährige floh 1944 mit weißer Flagge an die Westfront zur britischen Armee. An deren Seite bekämpfte er die deutsche Wehrmacht.

Viele Deserteure wurden in der NS-Zeit hingerichtet, einige Überlebenden haben nach dem Zweiten Weltkrieg über ihre Geschichte geschwiegen. Deserteuren wurde manchmal vorgeworfen, sie seien eigentlich Verbrecher gewesen, hätten andere Soldaten erschossen, um fliehen zu können, oder seien als Überläufer zu anderen Armeen schuld am Tod von Landsleuten gewesen. Umso beachtlicher ist es, dass erst vor kurzem auf dem Wiener Ballhausplatz ein Denkmal für die Verfolgten der NS-Militärjustiz enthüllt werden konnte.

Damit erhält das Deserteursdenkmal seinen Platz in Österreichs Hauptstadt. Nachdem jahrelang im Donaupark bei einer kleinen Gedenktafel der Deserteure gedacht wurde, steht das Denkmal in Form des Buchstaben „X“ auf einem der bedeutendsten Plätze  der Inneren Stadt.

 


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