Atomkraft kritisch hinterfragt

Written by on 19. Januar 2022

Es sind 35 Jahre seit Tschernobyl und 10 Jahre seit Fukushima vergangen: Kernenergie hat den Lauf der Geschichte verändert. Trotz solcher Katastrophen sind weltweit rund 441 Atomkraftwerke heute in Betrieb. Ob das gut oder schlecht ist, steht weltweit unter heftiger Diskussion.

Im Kampf gegen den Klimawandel wird Atomenergie in vielen Ländern besonders unterstützt. Österreich gehört nicht dazu. Laut Bundesministerium für Klimaschutz und Umwelt erfüllt Kernenergie nicht die notwendigen Kriterien, um als „grüne“ Investition zu gelten. Dafür habe es zu hohe Risiken, welche die Zukunft der künftigen Generationen bedrohen könnten.

Doch Kernenergie ist nicht das Einzige was aus der Entdeckung der Atomspaltung entstanden ist. Atomwaffen und andere wissenschaftliche Entdeckungen sind der nuklearen Physik zu verdanken. Ob neue Technologien Atomkraft sicherer machen, ist unklar. Sicher ist jedoch, dass wir uns auch in der Zukunft damit beschäftigen werden.

Kernenergie: 10 Jahre nach Fukushima

Österreich hat sich 1978 gegen die Atomkraft ausgesprochen. Damit ist das bereits fertig gebaute Atomkraftwerk Zwentendorf nie in Betrieb genommen worden. Nach Tschernobyl und Fukushima ist die Angst um die Risiken von Atomenergie in Österreich weiterhin hoch. Dennoch ist Österreich von 13 laufenden Atomkraftwerken umgeben. Eines davon ist der Risikoreaktor Krško in Slowenien, der nur 70 Kilometer von der Grenze entfernt liegt. Mit der Frage welche Herausforderungen die Weiterführung, als auch die Stilllegung von Atomkraftwerken mit sich bringen, hat sich Jovana Jozin beschäftigt. Im Interview mit Atomsprecher von Global2000, Reinhard Uhrig, und Pressesprecher der EVN, Stefan Zach, beantwortet sie diese Frage.

Diesen Jänner beginnt die Umweltverträglichkeitsprüfung des 40 Jahre alten Risikoreaktors Krško. Auf Global2000.at kann jede und jeder die Forderung zur Stilllegung des Reaktors unterzeichnen.

IAEA: Porträt einer Institution

Die Internationale Atomenergiebehörde, kurz IAEA der UNO in Wien, ist die weltweit wichtigste unabhängige Behörde, wenn es um die Kontrolle von Atomenergie für die zivile Nutzung geht. Aktuell sind Inspektor:innen der IAEA in Verhandlungen mit dem Iran, um die Herstellung von Atomwaffen zu verhindern. Doch die Anwendungsbereiche von nuklearem und radioaktivem Material sind vielfältig. Was alles in die Aufgabenbereiche der IAEA fällt, hat Nadine Mittempergher im Interview mit Wolfgang Picot herausgefunden.

Studiogespräch mit Wolfgang Renneberg

Universitätsprofessor, Physiker und ehemaliger Chef der deutschen Atomaufsicht, Wolfgang Renneberg, hat mit Katharina Prochart über die Reaktorsicherheitsforschung gesprochen. Neben einem Einblick in die Reaktorkatastrophe von Fukushima spricht er darüber, ob Atomkraft nachhaltig sein kann.

 

 

Header: Pexels © Alexandre Loureiro

 


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